Unsere Buchempfehlungen:

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Gestern im Focus auf DRS3: der charmante Pedro Lenz im Gespräch mit dem charmanten Hannes Hug. Der Goalie bin ig! Hier kann man sich das Gespräch nachträglich anhören und herunterladen.

Natürlich lohnt sich auch die Lektüre von Pedros erstem Roman “Der Goalie bin ig“.

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overeem_misfit

Drückende Hitze in der Stadt…

“Seit Wochen schon war es über dreißig Grad, und wir hatten keinen Sex mehr. Kaat saß immer nur mit dem Rücken zu mir auf der schmuddeligen Matratze und guckte fern, in der Unterhose, und zündete sich eine Zigarette nach der anderen an. Futterte Kekse und trank Limo. Jammerte über die Hitze.
Kaat mit den feurigen Augen. Kaat mit der Narbe in der Leiste, wo sie als kleines Mädchen von einem Hund gebissen worden war. Mann, ich bekam einfach weiche Knie, wenn ich daran dachte, dass sie zu mir gehörte.”

Der erste Roman des Holländers Vincent Overeem könnte nicht besser zum aktuellen Wetter passen. Misfit ist nicht nur eine Liebesgeschichte zwischen dem achtzehnjährigen Erzähler und der schönen Kaat, sondern auch eine geheimnisvolle, hintergründige Familiengeschichte.
Durch die Ich-Perspektive des Erzählers erfährt man zwar einiges über ihn und seine Vergangenheit, man beginnt sich aber bald zu fragen, wieviel man eben gerade nicht erfährt. Wie ein Schleier hängt etwas Unverarbeitetes über der Vergangenheit. Was ist passiert mit dem kleinen Bruder Krijn? Auch die Gegenwart bleibt geheimnisvoll: hat Kaat etwa ein Verhältnis mit dem Vermieter, der ihr doch eigentlich so zuwider ist?

Mit dem unerwarteten Ende des Buches fügen sich alle Teile zusammen, soviel sei verraten. Bis zu diesem Punkt hält einen die drückende Atmosphäre des Romans im festen Griff.
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Unsere bestverkauften Bücher im 2. Quartal 2010

1. Glattauer, Daniel: Gut gegen Nordwind / Alle sieben Wellen mehr…
2. Glattauer, Daniel: Gut gegen Nordwind mehr…
3. Helgason, Hallgrimur: Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen mehr…
4. Frisch, Max: Entwürfe zu einem dritten Tagebuch mehr…
5. Maupin, Armistead: Stadtgeschichten mehr…
6. Suter, Martin: Der Koch mehr…
7. Hohler, Franz: Die Torte und andere Erzählungen mehr…
8. Roy, Arundhati: Der Gott der kleinen Dinge mehr…
9. Du 04/2010: Kunststadt Basel mehr…
10. Glattauer, Daniel: Darum mehr…

Die Glattauer-Mehrheit erklärt sich wohl durch unseren Büchertisch in der Theaterfalle.

sommerdiebe

Diese Buchempfehlung hat unsere Praktikantin Christina Emmel verfasst. Vielen Dank!

Beim Lesen dieses erst nach dem Tod des Autors Truman Capote gefundenen Manuskripts kann es leicht passieren, dass man sich überraschend im New York der vierziger Jahre wähnt.

Grady McNeil ist eine junge Frau aus wohlhabendem Hause, die während der Europareise ihrer Eltern den Sommer alleine in der heissen Stadt verbringt. Sie geniesst das Leben in vollen Zügen und trifft sich regelmässig mit ihrem Freund Clyde, einem jüdischen Arbeiterjungen, der sowohl in Herkunft als auch im Umgang das pure Gegenteil Gradys verkörpert.

Ein interessantes und schönes Buch, das die Atmosphäre New Yorks in den vierziger Jahren wiedergibt. Beim Lesen fällt auf, dass Capote bereits in jungen Jahren ein wacher Beobachter der Gesellschaft war. Durch die schöne und detaillierte Sprache erlebt man das sommerliche und unbeschwerte Gefühl, das der ganzen Geschichte anhaftet, besonders intensiv.

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helgasson_mordenEin Auftragsmörder hat Pech mit Leiche Nummer 66. Die Nummer 66 war ein FBI-Agent. Also muss er flüchten. Raus aus New York. Dahin wo er herkommt. Zurück nach Kroatien. Am Flughafen aber wimmelt es von zivilen Polizisten also muss er sich was einfallen lassen. Er bringt auf der Herrentoilette einen Priester um, der auf dem Weg nach Island ist, um dort in einer TV-Show aufzutreten und nimmt kurzerhand dessen Identität an. In Island muss er dann feststellen, dass er noch nie an einem Ort war, der in so krassem Gegensatz zu seiner Heimat Kroatien steht. Seine einzige Aufgabe ist es, MWA zu machen – möglichst wenig Aufsehen. Ganz schön schwierig als Kroate in Reykjavik. Zum Glück bekommt er Hilfe von zwei isländischen Priestern.

Der isländische Sommer ist wie ein Kühlschrank, den man sechs Wochen offen lässt. Das Licht ist die ganze Zeit an und das Gefrierfach taut, aber richtig warm wird es nie.

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subercaseaux_affäreEiner der einflussreichsten Richter des Landes erschiesst die Frau eines reichen Geschäftsmannes. Aber die Polizei tappt im Dunkeln. Ein bekannter Journalist hat die Tat beobachtet, kann aber nicht zur Polizei damit, weil dadurch sein Doppelleben auffliegen würde. Die Freundin der Ermordeten macht sich auf die verwirrende Suche nach der Wahrheit und wird immer tiefer in fremde Geheimnisse und Abgründe verstrickt.

Der zweite Roman der Chilenin lässt den Leser bis zur letzten Seite nicht mehr los!

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Heute mal Kunst!

Das Label Haus am Gern wird bewohnt von Barbara Meyer Cesta und Rudolf Steiner. In ihrer Publikation zur Ausstellung Show us Buy us Sell us in der Berner Galerie DuflonRacz zeigen die beiden, was Galerien, Museen und Ämtern blüht, sollten sich diese weigern zu kaufen und auszustellen. Zum Beispiel könnte die Kunsthalle Bern durchaus mit Traktoren beworfen werden (s.u.). Wir finden, in den heutigen Zeiten sind derart aufdringliche Terrordrohungen durchaus einen Kauf wert.

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hausamgern_showusbuyussellus2Haus am Gern – Show us Buy us Sell us
Publikation zur gleichnamigen Ausstellung von Haus am Gern bei DuflonRacz ArtContemporain 2009
60 Seiten ungeheftet, 29×40 cm, 28 Bilder, Text von Trmasan Brualesi
Auflage 500 Stk.
CHF 40.- (Nicht in unserem Onlineshop bestellbar. Bitte schreiben Sie ein Mail oder kommen Sie vorbei.)

rickman_frucht_der_suendeHinter diesem schwülstigen Titel und einem etwas gar platt gestalteten Umschlag verbirgt sich ein sehr athmosphärischer klerikaler Krimi.

Die junge, rauchende, fluchende und allein erziehende Pfarrerin Merrily Watkins mischt die Gemeinschaft des westenglischen Dorfes Ledwardine gehörig auf. Nach einem bizarren Todesfall erhalten jahrhundertealter Aberglaube und heidnische Traditionen Aufschwung. Ein Sommerfest – zu Ehren des Ciders, der mit der Geschichte des Dorfes tief verbunden ist – kommt näher, doch plötzlich verschwindet ein Mädchen…

Aus der Krimireihe um Pfarrerin Merrily Watkins, im englischen Original bereits zehn Bände umfassend, ist Frucht der Sünde der erste. Es ist ein lesenswerter, manchmal beschaulicher Krimithriller mit übernatürlichen Beiklängen.

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Für einmal eine spielerische Empfehlung: dieses kleine Fotobuch zeigt LP-Cover mit nachgestelltem Drumherum – Under-Cover-Fotos sozusagen. Etwas für Fotobegeisterte wie für Vinylfetischisten.

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Am Dienstag wars, da habe ich mir das Bilderbuch vom Schnupfen etwas genauer angesehen. Es ist ein ziemlich kurzes Gedicht von Christian Morgenstern, reichlich illustriert. Am Mittwoch wars, als auch mich der Schnupfen, wie im Gedicht, hinterrücks überfiel und jetzt, ja jetzt hab ich ihn im Genick und hoffe, dass er wieder geht bis Montag früh.

Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse,
auf dass er sich ein Opfer fasse
- und stürzt alsbald mit großem Grimm
auf einen Menschen namens Schrimm.
Paul Schrimm erwidert prompt: „Pitschü!”
und hat ihn drauf bis Montag früh.

Ein wunderbares Buch, allerdings bei mir mit Nebenwirkungen.

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